Erdgas

Wissen: Erdgas

Erdgas

Erdgas ist ein natürliches Gas, das aus dem Erdinneren gefördert wird. Es besteht zu über 90 Prozent aus dem farb- und geruchlosen Naturgas Methan (CH4), dem einfachsten Kohlenwasserstoff, der in der Natur vorkommt.

Das heute genutzte Erdgas hat sich aus abgestorbenen Kleinorganismen vor mehreren Millionen Jahren gebildet. Unter Luftabschluss, hoher Temperatur und hohem Druck im Innern der Erde hat ein langsamer, chemischer Prozess zur Bildung von Erdgas geführt.

Methan entsteht auch bei Gärungsprozessen unter Luftabschluss, etwa in Sümpfen, Kläranlagen oder in der Nutztierhaltung.

Erdgas wird durch Bohrlöcher aus der Erde gefördert, aufbereitet und ins Transportnetz eingespeist. Kompressorstationen sorgen dafür, dass das Erdgas mit genügend Druck, oft über Tausende von Kilometern, ins Bestimmungsland transportiert werden kann.

Erdgassuche

Beim Aufsuchen und Erschliessen von Erdgaslagerstätten spielt die Geophysik eine wichtige Rolle. Mit ihrer Hilfe wird der geologische Aufbau des Untergrundes erforscht. Das wichtigste Verfahren ist die sogenannte Seismik: Spezielle Sensoren registrieren, mit welcher Geschwindigkeit sich künstlich erzeugte Erschütterungen ausbreiten. Die Messdaten geben Aufschluss über die Gesteinsstrukturen. Zur Untersuchung und Erschliessung möglicher Erdgas-Lagerstätten müssen teilweise sehr tiefe Bohrungen durchgeführt werden

Förderung

Kann eine wirtschaftlich ausbeutbare Lagerstätte nachgewiesen werden, folgt der Aufbau der Produktionsanlagen. Das Erdgasfeld wird mit Bohrlöchern erschlossen. Der Förderdruck wird auf den Fernleitungsdruck reduziert und das Erdgas in die Pipeline eingespeist. Komplizierter und aufwändiger ist die Förderung von Offshore-Vorkommen. Hier werden je nach Wassertiefe und Umweltbedingungen Bohrschiffe und -plattformen eingesetzt. 

Erdgas in der Schweiz

Auch in der Schweiz gibt es Erdgas-Vorkommen, die jedoch nicht wirtschaftlich genutzt werden. Vor allem bei Bauarbeiten tritt gelegentlich Methan aus der Erde. Bisher wurde in der Schweiz nur bei Finsterwald im Entlebuch LU von 1985 bis 1994 Erdgas gefördert und in Netz eingespeist (Foto).

Sicherheit

Erdgas ist im Gegensatz zum früheren Stadtgas nicht giftig. Es ist von Natur aus geruchlos. Damit austretendes Gas sofort von jedermann wahrgenommen wird, wird es künstlich mit dem typischen Gasgeruch angereichert. Erdgas ist leichter als Luft und verflüchtigt sich deshalb schnell, dies im Gegensatz zum Flüssiggas (auch Campinggas genannt), das in den typischen Gasflaschen in Handel erhältlich ist.

Erdgas ist nur in der richtigen Mischung mit Luft (Erdgas-Anteil 5 bis15 Prozent) und einer Zündquelle mit einer Temperatur von rund 650 Grad entzündbar.

Arbeiten an Erdgas-Einrichtungen und Installationen von Gasapparaten dürfen nur von speziell geschulten Fachleuten ausgeführt werden. Bau und Betrieb von Gasleitungen und Nebenanlagen sind durch strenge Gesetze, Verordnungen und technische Richtlinien geregelt.