Erdgas

Wissen: Biogas / erneuerbare Gase

Biogas

Biogas ist eine erneuerbare und beinahe CO2-neutrale Energie. Es entsteht durch die Vergärung von organischen Abfallstoffen wie Grüngut oder Klärschlamm. Wesentlicher Bestandteil des Biogases bildet Methan (CH4), das auch Hauptbestandteil von Erdgas ist.

Damit Biogas ins Netz eingespeist werden kann, muss es auf Erdgas-Qualität aufbereitet werden. Schweizer Gasversorger zählen hier zu den Pionieren: 1997 gelang es, in Samstagern ZH weltweit erstmals Biogas ins Erdgasnetz einzuspeisen.

Biogas kann als Brennstoff zum Heizen oder als Treibstoff eingesetzt werden. Im Treibstoff, der an den Schweizer Erdgas-Tankstellen bezogen werden kann, ist mindestens 10 Prozent Biogas beigemischt. Der durchschnittliche Biogasanteil im Treibstoff liegt bei rund 25%. Als Treibstoff ist Biogas von der Mineralölsteuer befreit, was sich positiv auf den Verkaufspreis auswirkt.

In der Schweiz überwacht eine sogenannte Clearingstelle, die der Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG im Auftrag der Oberzolldirektion betreibt, die eingespeisten und verkauften Biogas-Mengen. Auf diese Weise haben die Konsumenten die Garantie, dass das bezogene Biogas auch tatsächlich eingespeist worden ist.

Biogas-Förderung

Erdgas kombiniert mit Biogas wird in der Schweiz immer beliebter. Aus diesem Grund fördert die Schweizer Gaswirtschaft mit einem speziellen Förderprogramm die Produktion und Einspeisung von Biogas ins Gasnetz. Mit jährlich gegen drei Millionen Franken speisen die lokalen Versorger seit 2011 einen entsprechenden Fonds.

Gefördert wird nur Biogas, das die hohen Qualitätsanforderungen des Bundes und der Gasbranche erfüllt; also nur ökologisch und ethisch einwandfreies Biogas aus Abfällen und Reststoffen, nicht aber aus Nahrungsmitteln oder speziell angebauten Energiepflanzen.

In der Schweiz gibt es zahlreiche Anlagen, in denen Biogas produziert und ins Erdgasnetz eingespeist wird (Grafik).

Biogas-Grundsätze

Mit den Biogas-Grundsätzen soll die hohe Glaubwürdigkeit des Produkts Biogas gefestigt werden. Im Besondern geht es darum, sicherzustellen, dass nur hochwertiges Biogas auf den Markt kommt und Doppelvermarktungen ausgeschlossen werden. Die Schweizer Gaswirtschaft verkauft nur Biogas, das hohe Qualitätsanforderungen erfüllt; also nur ökologisch und ethisch einwandfreies Biogas aus Abfällen und Reststoffen, nicht aber aus Nahrungsmitteln oder speziell angebauten Energiepflanzen.

  • Die Vermarktung von Biogas und Erdgas/Biogas-Gemischen in allen Märkten (Treibstoff, Wärme, Verstromung) ist Teil der Klimastrategie der Schweizer Gasindustrie.
  • Der Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG fördert die Einspeisung und Verteilung von Biogas über das Erdgasnetz und möchte die Mengen sukzessive steigern.
  • Ausbau und wirtschaftliche Nutzung der Erdgasnetze sollen durch die Einspeisung von erneuerbarem Gas gesichert werden. 

A) Das von der Schweizer Gasindustrie vermarktete Biogas erfüllt folgende Kriterien:

  • Das Biogas erfüllt die ökologischen und sozialen Mindestanforderungen nach Schweizer Gesetzgebung für erneuerbare Treibstoffe, insbesondere gemäss Mineralölsteuergesetz (MinöStG, SR 641.61), Mineralölsteuerverordnung (MinöStV, SR 641.611) und Verordnung des UVEK über den Nachweis der Erfüllung der ökologischen Anforderungen an biogene Treibstoffe (BTrV, 641.611.21).
  • Das Biogas ist erneuerbar und klimafreundlich.
  • Das Biogas stammt nicht aus speziell zu diesem Zweck produzierten nachwachsenden Rohstoffen.
  • Die Ausgangsstoffe für die Herstellung von Biogas stehen nicht direkt in Konkurrenz zu Nahrungsbzw. Futtermitteln.
  • Das Biogas wird physisch ins Erdgas-Netz eingespeist. Der Einspeiseort muss mit dem europäischen Erdgas-Netz zusammenhängen (keine Inselnetze, ausser bei der direkten Abgabe an einer Biogastankstelle in der Schweiz). 

B) Registrierung / Lieferung

  • Der ökologische Mehrwert gehört dem Endkunden. Das Gasversorgungsunternehmen beschafft und verwaltet diese Zertifikate für den Kunden. Insbesondere bei finanziell gefördertem Biogas ist sicher zu stellen, dass der ökologische Mehrwert nicht bereits einem Dritten angerechnet wurde.
  • Bei finanziell gefördertem Biogas ist mittels einer Bescheinigung der fördernden Institution zu dokumentieren, dass der ökologische Mehrwert nicht bereits dieser Institution oder Dritten angerechnet wurde.
  • Das für den schweizerischen Markt gehandelte Biogas wird über ein anerkanntes (Biogas-)Register, welches durch eine unabhängige und akkreditierte Prüfinstitution auditiert wird, registriert und bilanziert.
  • Beim Verkauf / Verwendung für Kunden muss die Menge im Register transferiert oder ausgebucht, respektive für den Kunden gelöscht werden. 


  • Mit dem auf die Förderung inländischen Biogases beschränkten Förderprogramm des VSG unterstützt die Gaswirtschaft die Ausweitung der Einspeisung inländischen Biogases und damit konsequenterweise auch dessen Vermarktung.
  • Da die Inlandnachfrage nach Biogas das Potenzial der inländischen Einspeisung übersteigt, wird auch importiertes Biogas vermarktet, welches ebenfalls alle erwähnten Bedingungen erfüllt.
  • Die Glaubwürdigkeit von Biogas-Produkten ist von zentraler Bedeutung. VSG und SVGW obliegt im Rahmen ihrer Tätigkeiten (Clearingstelle und Zulassungs- und Marktüberwachungsstelle ZMS) die Gewährleistung der erforderlichen Nachweise hinsichtlich Qualität und Bilanzierung.
  • Die Geschäftsstelle VSG setzt sich weiterhin für die Anerkennung von Biogas als erneuerbarer Energieträger im Rahmen der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) ein.
  • Die VSG-Mitglieder verpflichten sich, die unter A) und B) aufgeführten Kriterien bei der Produktion, im Grosshandel sowie im Vertrieb einzuhalten.

Diese Grundsätze gelten sinngemäss auch für andere erneuerbare Gase, die ins Gasnetz eingespeist werden (z.B: Synthetic Natural Gas aus Holz oder Power to Gas etc.)

Erneuerbare Gase

Der Wechsel vom Stadtgas, das früher in städtischen Werken produziert wurde, zum Erdgas war ein Meilenstein. Mit den erneuerbaren Gasen zeichnet sich eine weitere Innovation ab, die für die Energieversorgung von morgen eine wichtige Rolle spielen kann.

In Power-to-Gas-Anlagen wird überschüssig produzierter Strom aus Sonne oder Wind in erneuerbares Gas umgewandelt, das in grösseren Mengen im Gasnetz gespeichert werden kann. Denn im Unterschied zum Stromnetz kann das Gasnetz Energie nicht nur transportieren, sondern auch speichern. So steht die Energie dann zur Verfügung, wann sie tatsächlich gebraucht wird.

Erdgas und erneuerbare Gase, zu denen auch Biogas gehört, könnten einen bedeutenden Beitrag für die Energiezukunft leisten. Voraussetzung dafür ist die intelligente Nutzung der Gasinfrastruktur und eine optimale Verknüpfung mit dem Stromnetz.