Erdgas VSG

WKK senken klimaschädigende Kohlestromimporte

Zürich, 08.06.2017

An der heutigen Generalversammlung des Verbands der Schweizerischen Gasindustrie VSG in Bern zeigte Präsident Martin Schmid auf, welchen Beitrag Gas leistet kann beim Umbau der Energiesysteme in Richtung Erneuerbarkeit und Energieeffizienz, wie dies vom Schweizer Stimmvolk beschlossen wurde. Insbesondere mit Wärme-Kraft-Kopplung (WKK) kann im Winter die Versorgungssicherheit erhöht und die Abhängigkeit von Kohlestromimporten reduziert werden. Zudem setzt die Gaswirtschaft auf erneuerbare Gase.

Wie die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) letzte Woche bekanntgab, werden in der Schweiz mittel- und langfristig die Risiken für die Stromversorgung immer grösser, vor allem im Winter. Damit die Versorgungssicherheit auch in Zukunft gewährleistet sei, brauche es innovative Technologien wie die Wärme-Kraft-Kopplung (WKK), sagte Präsident Martin Schmid an der VSG-Generalversammlung. Mit WKK kann dezentral gleichzeitig Strom und Wärme produziert werden. Dies entlastet die Stromnetze, die zunehmend an die Grenze ihrer Belastbarkeit stossen, und verringert die die Abhängigkeit der Schweiz von klimaschädlichen Kohlestromimporten. WKK-Anlagen erreichen einen sehr hohen Wirkungsrad und damit ausgezeichnete Werte punkto Energieeffizienz und CO2-Emissionen. Es brauche jedoch bessere Rahmenbedingungen, um die Wettbewerbsfähigkeit der WKK-Anlagen gegenüber Stromimporten zu verbessern, forderte Martin Schmid.

Eine weitere Herausforderung beim Umbau der Energiesysteme ist die Speicherung des erneuerbaren Stroms, der im Moment der Produktion nicht nachgefragt wird. Mit Power-to-Gas, so der VSG-Präsident, biete sich eine zukunftsweisende Technologie an, indem überschüssiger Strom in Form von Methan oder Wasserstoff gespeichert werden könne. Er forderte die Politik und Verwaltung auf, die Rahmenbedingungen für Speichertechnologien technologieneutral zu gestalten. Dies sei eine Voraussetzung dafür, dass sich in Zukunft Power-to-Gas im Markt durchsetzen könne.

Im Weiteren wies Martin Schmid darauf hin, dass Gas in kürzester Zeit verlässlich berechenbare und dauerhafte CO2-Emissionen ermöglicht. Das gilt für den Wärmemarkt (Gas statt Öl), im Verkehr (Ersatz von Benzin und Diesel) und für die Stromerzeugung durch die Substituierung des importierten Kohlestroms. „Die Schweizer Gaswirtschaft ist bereit, ihren Beitrag für eine nachhaltige Energiezukunft zu leisten“, sagte der VSG-Präsident und wies darauf hin, dass die Branche beschlossen hat, den Anteil an erneuerbarem Gas im Wärmemarkt bis 2030 auf 30 Prozent zu steigern. Dazu brauche es jedoch entsprechende Rahmenbedingungen wie die umfassende Anerkennung von Biogas als erneuerbare Energie im Wärmebereich.

Ansprache von Bundesrat Ueli Maurer

In seinem Gastreferat betonte Bundesrat Ueli Maurer an der VSG-Generalversammlung die zentrale Bedeutung einer ausreichenden und kostengünstigen Energieversorgung für eine funktionierende Wirtschaft und den Wohlstand der Bevölkerung. „Die Abstimmung vom 21. Mai hat wohl mindestens so viele Fragen aufgeworfen, wie sie gelöst hat“, sagte Ueli Maurer. Positiv betrachtet heisse dies aber auch, dass noch vieles in die richtige Richtung bewegt werden könne. Die Politik dürfe sich jetzt nicht in ideologische Schützengräben verabschieden, sondern es brauche einen intensiven Dialog mit der Praxis.

Wahlen in den Verwaltungsrat VSG

Pascal Favre (Cossonay), Kurt Lüscher (Zürich) und Felix Strässle (Solothurn) sind auf Ende der Amtsdauer (2013-2017) aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten. Neu gewählt wurden Philippe Dubois (Sion), Jörg Wild (Zürich) und Heinz Binggeli (Biel). Die Generalversammlung wählte zudem Verwaltungsratspräsident Martin Schmid und die bisherigen Mitglieder des Verwaltungsrates für eine weitere Amtsdauer.

 

Kontaktperson für weitere Auskünfte:

Thomas Hegglin, Mediensprecher VSG, 044 288 32 62, Hegglinerdgas.ch

Zürich, 8. Juni 2017