Erdgas VSG

FAQ

Erdgas

Was ist Erdgas?

Erdgas ist ein brennbares natürliches Gas, das aus dem Erdinneren gefördert wird. Es besteht zu über 90 Prozent aus dem farb- und geruchlosen Naturgas Methan (CH4), dem einfachsten Kohlenwasserstoff, der in der Natur vorkommt. Erdgas wird durch Bohrlöcher aus der Erde gefördert. Methan entsteht auch an der Erdoberfläche bei Gärungsprozessen unter Luftabschluss, etwa in Sümpfen, Kläranlagen oder in der Nutztierhaltung (Biogas).

Ist Erdgas gefährlich?

Erdgas ist nicht giftig. Es ist leichter als Luft und verflüchtigt sich deshalb sehr schnell. Nur in der richtigen Mischung mit Luft und einer Zündquelle mit einer Temperatur von rund 650 Grad ist es entzündbar. Damit kein Gas austritt, verfügen Erdgas-Geräte wie Heizungen oder Kochherde bewährte Sicherheitseinrichtungen.

Welche Bedeutung hat Erdgas heute in der Schweiz?

Mit Erdgas kann man heizen, Wasser erwärmen, kochen, kühlen, Strom produzieren und Auto fahren. Der Anteil von Erdgas am Gesamtenergieverbrauch der Schweiz liegt bei rund 13 Prozent. Die Gaswirtschaft setzt sich dafür ein, dass die Gasversorgung zunehmend erneuerbar wird. Ziel ist, den Anteil des verkauften Biogases in den kommenden Jahren wesentlich zu steigern. Schon heute setzen immer mehr Konsumenten auf Biogas, zu Heizzwecken und als Treibstoff. Neue Technologien wie Power-to-Gas sind ein weitere wichtiger Schritt in diese Richtung.

In Europa wird mit einem wachsenden Gasbedarf gerechnet, um die Energienachfrage zu befriedigen. Erdgas gilt als eine saubere Energie, die über ein grosses Potenzial verfügt, sei es beim Ersatz von Ölheizungen oder in der Stromproduktion.

Welche Rolle spielt Erdgas in der Energiestrategie 2050?

Die Energiestrategie 2050 verfolgt nicht nur das Ziel, aus der Kernenergie auszusteigen, sondern will auch eine massive Reduktion der Nutzung fossiler Energien erreichen. Die Rolle, die Erdgas zusammen mit Biogas für die Energieversorgung der Zukunft spielen könnte, wird unterschätzt. Erdgas und Biogas könnten im Rahmen des Ausbaus der erneuerbaren Energien einen wesentlichen Beitrag leisten, weil Gas auch dann verfügbar ist, wenn die Sonne nicht scheint. Erdgas/Biogas und Solarthermie sind ein „Traumpaar“.

Im Weiteren wäre durch den vermehrten Einsatz von Erdgas eine deutliche Reduktion der CO2-Emissionen möglich, insbesondere durch den Ersatz von Öl- durch Gasheizungen und den vermehrten Einsatz als Prozessenergie in der Industrie. In der Energiediskussion wird oft vergessen, dass in der Schweiz der Anteil der Ölheizungen mit fast 50 Prozent im Vergleich mit andern europäischen Ländern noch immer sehr hoch ist.

Erneuerbarer Strom wird für die Energieversorgung immer wichtiger. Braucht es Erdgas in Zukunft noch?

Das Potenzial der Wasserkraft ist begrenzt. Strom aus Sonnen- und Windenergie ist zudem nicht immer und oft zum falschen Zeitpunkt verfügbar. Dieser erneuerbare Strom kann in Wasserstoff – oder mit CO2 angereichert – in Methan (Erdgas) umgewandelt und ins Gasnetz eingespeist werden (Power-to-Gas). Erdgas und sein Netz werden so zu einem wichtigen Pfeiler der Energie-Zukunft unseres Landes, weil die Energie so jederzeit bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden kann.

Herkunft

Aus welchen Ländern kommt das Erdgas?

Das in der Schweiz verbrauchte Erdgas wird zu rund 60 Prozent in EU-Ländern und Norwegen gefördert. 33 Prozent stammt aus Fördergebieten in Russland und der Rest aus verschiedenen anderen Regionen.

Wie abhängig ist die Gasversorgung von den Zulieferländern?

Der im Herbst 2014 präsentierte Gas-Stresstest der EU zeigt, dass die Gasversorgung in Europa auch bei allfälligen Lieferstopps, beispielsweise aus Russland, sicher ist. Die Schweiz beteiligte sich ebenfalls an diesem Stresstest.

Auch das Bundesamt für Energie kommt in ihrer Risikobewertung der Erdgasversorgung Schweiz zum Schluss, dass die Widerstandsfähigkeit der Schweizer Erdgasversorgung gegen Risiken und Krisen gut ist. Der Bericht aus dem Jahr 2014 wurde im Hinblick auf die verstärkte Kooperation der Schweiz mit dem Gaskrisen-Management der EU erarbeitet.

Der Erdgas-Bedarf in der Schweiz entspricht etwa dem Bedarf des Grossraums Hamburg und beträgt rund 0.7 Prozent des gesamteuropäischen Bedarfs. Ein wesentlicher Teil des Schweizer Erdgas-Bedarfs kann bei verschiedenen Industrieverbrauchern auf Öl umgestellt werden. Auf diese Weise könnte der Gasverbrauch in der Schweiz innerhalb kurzer Zeit um bis zu 30 Prozent reduziert werden.

Gaspreis

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Die Erdgaspreise beinhalten zum einen die Beschaffungskosten, zum anderen die Kosten für den Transport und die Verteilung des Erdgases (Leitungsinfrastruktur) sowie Abgaben. Die Kosten für die Leitungsinfrastruktur sind von Versorger zu Versorger unterschiedlich und hängen ab von den spezifischen Begebenheiten wie Topographie, Versorgungsdichte, Erneuerungsbedarf oder Amortisation. Erdgas lässt sich im Unterschied zu Strom durch andere Energieträger substituieren und steht immer in Konkurrenz zu anderen Energieträgern wie Heizöl, Wärmepumpen oder Pellets.

Ist Gas noch immer an den Ölpreis gebunden?

In den letzten Jahren hat die Schweizer Erdgas-Wirtschaft ihren Anteil an der ölpreisgebundenen Beschaffung stark reduziert, um die Flexibilität beim Einkauf zu erhöhen. Bei der Beschaffung haben die sogenannten Spot- und Terminmärkte eine zunehmende Bedeutung erhalten. Dies gibt der schweizerischen Erdgas-Wirtschaft Spielraum, um bei verschiedenen Marktsituationen Erdgas optimal und kundengerecht einzukaufen.

Umwelt

Sie werben mit einem grünen Blatt für Erdgas. Was ist grün an Erdgas?

Erdgas ist die sauberste fossile Energie und weist die geringsten CO2-Emissionen auf. Mit jeder Ölheizung, die durch eine Erdgas-Anlage abgelöst wird, können die CO2-Emissionen um rund 25 Prozent reduziert und auch andere Luftschadstoffe wie Feinstaub, Stickoxide und Schwefel markant gesenkt werden. Immer mehr wird auch Biogas ins Erdgas-Netz eingespeist und somit erneuerbare Energie genutzt.

Wenn Erdgas so sauber ist, warum muss ich eine CO₂-Abgabe bezahlen?

Erdgas hat von allen fossilen Energien den geringsten Kohlenstoff-Anteil und dementsprechend die geringsten CO2-Emissionen. Dass Erdgas auch bezüglich Luftschadstoffen und Feinstaub viel besser dasteht, wird bei der CO2-Abgabe nicht berücksichtigt.

Ist Fracking in der Schweiz auch ein Thema?

Für die Schweizer Erdgas-Wirtschaft käme eine Förderung von Schiefergas und anderen unkonventionellen Gasen in der Schweiz nur dann in Frage, wenn die sehr strengen Schweizer Auflagen bezüglich Umwelt-, Trinkwasser- und Landschaftschutz sowie Sicherheit für Mensch und Tier erfüllt werden. Zudem müsste ein Abbau nicht nur sehr hohe ökologische Auflagen erfüllen, sondern auch ökonomisch Sinn machen.

Biogas

Was ist der Unterschied zwischen Erdgas und Biogas?

Beides ist Methan (CH4). Erdgas und Biogas unterscheiden sich lediglich in der Entstehung. Erdgas ist in Millionen von Jahren aus biogenen Stoffen unter der Erdoberfläche entstanden und gilt als fossile, endliche Energie. Biogas hingegen wird in der Schweiz aus biogenen Abfällen und Reststoffen über mehrere Tage unter Luftabschluss hergestellt. Es ist eine erneuerbare, klimaneutrale Energie und kann zu Erdgas-Qualität aufbereitet ins Gasnetz eingespeist werden.

Wie wird Biogas hergestellt?

Biogas wird in der Schweiz aus biogenen Abfällen wie Grüngut oder Klärschlamm über mehrere Tage unter Luftabschluss hergestellt. Es ist eine erneuerbare, klimaneutrale Energie und kann zu Erdgas-Qualität aufbereitet ins Gasnetz eingespeist werden. Es kann sowohl als Treibstoff wie auch als Wärmeenergie genutzt werden. In der Schweiz werden keine Lebensmittel (z.B. Mais) speziell für die Biogas-Produktion angepflanzt.

Wie kann ich mein eigenes Biogas herstellen? Gibt es dazu Förderbeiträge?

Kleinere Mengen biogener Abfallstoffe, z.B. in der Landwirtschaft, werden meist vor Ort vergärt und verstromt. Die Erdgas-Branche unterstützt mit ihrem Förderfonds grosse Biogas-Anlagen, die zu Erdgas-Qualität aufbereitetes Biogas ins Erdgas-Netz einspeisen. Für Auskünfte zum Förderfonds wenden Sie sich bitte an den Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG (Tel. 044 288 31 31 oder vsgerdgas.ch)

Wird die CO₂-Abgabe auch auf Biogas erhoben?

Nein, denn Biogas ist eine erneuerbare, nicht fossile Energie.

Mobilität

Was ist ein Erdgasfahrzeug?

Ein Erdgasfahrzeug wird mit komprimiertem, gasförmigem Methangas als Kraftstoff betrieben. Die Antriebsquelle ist ein Verbrennungsmotor nach dem Ottoprinzip, genauso wie bei Benzinfahrzeugen. Anstatt Benzin wird Erdgas zusammen mit Luft in den Zylindern verbrannt.

Wie funktioniert ein Erdgasauto?

Grundsätzlich gleich wie ein Benzinauto. Das Erdgas wird in einem oder mehreren Tanks in Flaschenform unter dem Passagierraum oder im Fahrzeug mitgeführt. Die Eigenschaften des Treibstoffes selbst führen zur sauberen Verbrennung und demnach zu einer wesentlich geringeren Umweltbelastung. Die meisten Fahrzeuge haben zusätzlich noch einen Benzintank. Der Motor schaltet bei leerem Erdgastank automatisch auf Benzin um.

Wie werden Erdgasautos betankt?

Grundsätzlich gleich wie Benzin oder Dieselfahrzeuge. Der Schlauch der Zapfsäule muss luftdicht an das Fahrzeug angekoppelt werden. Der Betankungsvorgang erfolgt dann mit hohem Druck und ist in wenigen Minuten abgeschlossen.

Sind Erdgasfahrzeuge sicher?

Erdgas-Autos sind so sicher wie mit Benzin und Diesel betriebene Fahrzeuge. Insbesondere die Tanks gehören zu den sichersten Komponenten am Fahrzeug und unterliegen einer speziellen Typenprüfung für den Strasseneinsatz. Die Tanks in einem Erdgasfahrzeug halten ein Mehrfaches des vorgeschriebenen Betriebsdruckes von 200 bar aus. In der Schweiz ist es vorgeschrieben, dass in einem Fahrzeug die gesamte Erdgasanlage alle zwei Jahre durch eine zertifizierte Fachperson überprüft werden muss. Dies wird in einem obligatorischen Wartungsdokument im Fahrzeug dokumentiert.

Die Treibstofftanks sind mit Sicherheitselementen gegen Überdruck und gegen Feuer geschützt. Bei solchen Ereignissen wird das Erdgas kontrolliert abgelassen. Bei einem Crash ist der Tank, der aus Stahl gefertigt ist, das stabilste Element des Fahrzeugs. Ein NCAP-Crashtest (European New Car Assessment Programme) des TCS und des ADAC am Beispiel eines Opel Zafira hat gezeigt, dass erdgasbetriebene Fahrzeuge sehr sicher sind.

Müssen Erdgasfahrzeuge öfter gewartet werden?

Nein, Erdgasfahrzeuge haben Wartungs- und Serviceintervalle wie Benzin- oder Dieselfahrzeuge. Die Sichtkontrolle der Erdgasanlage kann im Rahmen eines normalen Jahresservice geschehen.