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Erdgas ist nicht Strom

Im Zusammenhang mit der Marktöffnung besteht bisweilen eine Tendenz, Strom und Gas aufgrund ihrer Netzgebundenheit in einen Topf zu werfen. Tatsächlich bestehen aber bedeutende strukturelle Unterschiede, welche gegen eine Gleichbehandlung hinsichtlich Marktöffnung sprechen. Von zentraler Bedeutung ist der Umstand, wonach Erdgas im Unterschied zum Strom auf dem Markt einem intensiven Wettbewerb ausgesetzt ist.

Zwar wird Erdgas wie Strom durch ein Leitungsnetz vom Produzenten zum Konsumenten transportiert. Doch mit der Leitungsgebundenheit erschöpfen sich die Gemeinsamkeiten bereits. Den unterschiedlichen Gegebenheiten muss bei der Marktöffnung Rechnung getragen werden.

Im Gegensatz zum Strom ist Erdgas in all seinen Anwendungen substituierbar. Es wird überwiegend im Wärmemarkt verwendet und steht in hartem Konkurrenzkampf namentlich mit Heizöl.

Ein weiterer Unterschied bezieht sich auf die Produktion: In Europa und in der Schweiz wird Strom in einer grossen Zahl von insbesondere einheimischen Produktionsanlagen erzeugt. Die Produktions- und Beschaffungskosten variieren stark; was zu einem entsprechenden Preissenkungspotential unter Wettbewerbsbedingungen führt. Demgegenüber wird Erdgas in wenigen Ländern gefördert. Die Hauptförderländer Norwegen, Russland und Algerien gehören nicht zur EU. Der Liberalisierung sind deshalb allenfalls die Handelspreise, nicht jedoch die Preise am Bohrloch zugänglich.

In der Schweiz wird alles Erdgas mangels nutzbarer inländischer Vorkommen importiert. Der Einfluss der schweizerischen Erdgas-Wirtschaft auf die Beschaffungspreise ist begrenzt, da die inländische Verbrauchsmenge lediglich 0.8% der europäischen Nachfrage ausmacht.

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Nähere Informationen zur Verbändevereinbarung und dem Netzzugang finden Sie auf www.ksdl-erdgas.ch

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