Inhalt - Energienetze wachsen zusammen

Hybridwerk Aarmatt

Die Energienetze wachsen zusammen

Ein für die Energieversorgung zukunftsweisendes Projekt ist das sogenannte Hybridwerk der Regio Energie Solothurn. Im Gebiet Aarmatt der Solothurner Gemeinde Zuchwil kommen drei Netze für Strom, Gas und Fernwärme zusammen. Diese Ausgangslage nutzt die Regio Energie Solothurn für ein neuartiges Energiesystem, das alle drei Energieträger zusammenführt.

Herzstück der Anlage ist ein Elektrolyseur, der überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserstoff umwandelt, der ins Erdgasnetz eingespeist wird. Wenn man den Wasserstoff mit Kohlenstoff (CO2) angereichert, entsteht Methan, das ebenfalls ins Netz geleitet werden kann. Der FOGA unterstützt und begleitet dieses Power to Gas-Projekt zusammen mit der Hochschule für Technik Rapperswil. Das Hybridwerk Aarmatt ist Teil des Leuchtturmprogramms des Bundesamts für Energie.

Bei dieser in der Schweiz einzigartigen Demonstrationsanlage spielt das Gasnetz eine zentrale Rolle; dieses verfügt über ein enormes Potenzial für den Transport und die Speicherung grosser Energiemengen. Statt Solar-, Wind- oder Wasserkraftwerke bei einem Stromüberangebot von Netz zu nehmen, kann der Strom dank dem Power-to-Gas-Verfahren in synthetisches Erdgas umgewandelt und im Erdgasnetz gespeichert werden. Dieses Gas wird als Brenn- oder Treibstoff genutzt; auch eine Rückverstromung ist möglich und in bestimmten Fällen sinnvoll. Bei den einzelnen Prozessen handelt es sich um bewährte Verfahren; neu ist die Kombination zu einer innovativen Gesamtlösung, die verschiedene Energieträger und die dazugehörenden Netze zusammenführt.

Gas Wasser Strom Fernwaerme-Netz
Gas Wasser Strom Fernwaerme-Netz

Im Hybridwerk werden die Energieträger Strom, Gas und Fernwärme zusammengeführt.

Regio Energie Solothurn erstellte das Hybridwerk Aarmatt schrittweise über mehrere Jahre. Als Erstes wurde eine Heizzentrale (6 MW) mit drei Wärmespeichern realisiert. Sie unterstützen das Fernwärmenetz, das hauptsächlich über die Abwärme aus der nahe gelegenen Kehrichtverbrennungsanlage betrieben wird.

In einem weiteren Schritt erfolgte der Bau eines Blockheizkraftwerks mit 1 MW Leistung. Dieses produziert gleichzeitig Wärme und Strom (Wärme-Kraft-Kopplungsanlage). Bestandteil der zweiten Etappe ist auch der Elektrolyseur, der überschüssigen Solar- und Windstrom in Gas umwandelt. Das Projekt ist modular aufgebaut und bietet Platz für weitere Technologien wie Druckluftspeicher, Batteriespeicher oder Holzvergasung.

Mit ihrer Energieanlage nimmt Regio Energie Solothurn eine Pionierrolle ein und bietet eine zukunftsweisende Lösung, welche den Umbau des Energiesystems unterstützt. Insbesondere die Stromspeicherung ist eine der grossen Herausforderungen bei der Energiewende: Power-to-Gas bietet hier interessante Perspektiven.

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