
Für eine gesetzliche Marktöffnung besteht in der Schweiz beim Erdgas im Unterschied zum Strom zurzeit kein staatlicher Handlungsbedarf.
Der Schweizer Erdgas-Wirtschaft ist bezüglich wettbewerbsfähiger Preise gut aufgestellt. Das genossenschaftlich organisierte System ermöglicht eine optimale Beschaffung der benötigten Erdgas-Mengen auf dem europäischen Markt. Es ist ein effizientes und zweckmässiges System zur Erwirkung günstiger Preis- und Beschaffungskonditionen.
Das schliesst aber nicht aus, dass Durchleitungen alternativ beschaffter Gasmengen durchgeführt werden. Die Basis dazu bilden Artikel 13 des Rohrleitungsgesetzes, die Transportkoordinations-Vereinbarungen der Hochdrucknetz-Betreiber sowie der Branchenstandard „Nemo“ für die Verteilebene.
Eine vollständige Öffnung des schweizerischen Gasmarkts erscheint aus Kostengründen wenig sinnvoll. Sie würde erhebliche Zusatzkosten in den Bereichen Mess- und Steuerungsinfrastruktur bedingen.
Die Schweizer Erdgas-Versorger nehmen die Anliegen ihrer Abnehmer in Hinblick auf Preise und Versorgungssicherheit ernst. Zum Vorteil der Verbraucher nutzen sie konsequent das Optimierungspotenzial des gebündelten Beschaffungssystems bezüglich Preise und Leistungsbewirtschaftung aus; unter Beizug der neuen flexiblen Instrumente, welche der Beschaffungsmarkt bietet.