
Aktuelle Statistik-Angaben über:
Daten und Fakten informiert im Rahmen einer Erdgas-statistischen Gesamtschau. Die definitiven Zahlen des Vorjahres sind jeweils erst ab Herbst des Folgejahres verfügbar, wenn sie vom Bundesamt für Energie publiziert werden.
Der Endenergieverbrauch zeigt die starke Abhängigkeit der Schweiz von Erdölprodukten. Während der Anteil der Elektrizität in den letzten Jahren leicht steigend ist, trägt das Erdgas in wachsendem Mass zur Diversifikation der Energiebilanz und damit zur Sicherung der Energieversorgung in der Schweiz bei.
Der Endenergieverbrauch hängt eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung zusammen. So stieg zwischen 1950 und 1973 der Verbrauch von Brenn- und Treibstoffen auf Erdölbasis ständig. Die Bedeutung der einzelnen Energieträger hat sich stark verändert, das Heizöl hat die Kohle abgelöst. Seit der ersten Ölkrise (1973) tragen Strom und Erdgas in wachsendem Masse zur Substitution der Erdölbrennstoffe bei.
Die Grafiken zeigen den Verbrauch der verschiedenen Energien nach Verbrauchergruppen.
Die Nachfrage nach Erdgas ist seit seiner Einführung Anfang der 70er-Jahre rasch gestiegen. Der Energieträger Erdgas ist damit zu einer unverzichtbaren Säule der schweizerischen Energieversorgung geworden.
Das in der Schweiz genutzte Erdgas stammt mehrheitlich aus EU-Staaten wie Niederlande, Deutschland, Frankreich und Italien. Je rund ein Fünftel werden in Norwegen und Russland gefördert. Mit Norwegen und Russland bestehen keine Lieferverträge. Dieses Erdgas gelangt über Lieferanten rund um die Schweiz in unser Land.
Die Schweizer Erdgas-Wirtschaft gliedert Erdgas-Importe nach der vertragsbezogenen Beschaffungsdiversifikation ihrer Produzenten und Lieferanten. Eine breit diversifizierte Beschaffung trägt zur ununterbrochenen Schweizer Versorgung mit Erdgas bei. Seit Lieferbeginn im Jahre 1974 erfolgt die Versorgung der Schweiz ohne Unterbruch.
Hauptabnehmer von Erdgas sind die Industrie und die Haushalte. Während die Industrie Erdgas vorwiegend zur Erzeugung von Prozesswärme in der Produktion verwendet, stehen bei den Haushalten die Anwendungen Raumheizung, Warmwasseraufbereitung und Kochen im Vordergrund.
In die Erweiterung und Erneuerung des Transport- und Verteilleitungsnetzes investiert die schweizerische Erdgas-Wirtschaft grosse Summen. Damit schafft sie die Voraussetzungen für eine zukunftsorientierte, leistungsfähige und sichere Erdgas-Versorgung.
Die Grafik zeigt die wichtigsten Erdgas-Transportleitungen in der Schweiz und Kennzahlen zum Netz. Über Pipelines ist die Schweiz mit europäischen und asiatischen Fördergebieten verbunden.
Die Gesamtlänge des europäischen Erdgas-Transportnetzes beträgt gegen 190'000 km. Mit einer optimalen Diversifikation von Bezugsquellen und Transportwegen ist ein Höchstmass an Versorgungssicherheit garantiert.
Die bedeutendsten sicher gewinnbaren Erdgas-Reserven befinden sich im Mittleren Osten sowie auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. In Westeuropa verfügen die Niederlande und Norwegen über die grössten Vorräte.
Erdgas hat von allen fossilen Energien den geringsten Gehalt an Kohlenstoff (C) und den höchsten Anteil an Wasserstoff (H). Im Vergleich zum Heizöl wird bei der Verbrennung von Erdgas 25 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Der Einsatz von Erdgas anstelle anderer fossiler Energien trägt zur Entlastung der Atmosphäre von CO2 und damit zur Milderung des Treibhauseffekts bei.
Im Gegensatz zum Heizöl weist Erdgas keinen organisch gebundenen Stickstoff auf. Bei gleichen Verbrennungsbedingungen produziert es deshalb entsprechend weniger Stickoxide (NOx). Wegen des Gehalts an gebundenem Stickstoff im Heizöl gilt in der Luftreinhalteverordnung (LRV) für Ölfeuerungen ein um 50 Prozent höherer Stickoxid-Grenzwert (120 mg/m3 Abgas) als für Gasfeuerungen (80 mg/m3 Abgas).
Mit dem Ersatz von Oelheizungen durch Erdgas-Kondensationskessel können markant Emissionen von Kohlendioxid (CO2) und Stickoxid (NOx) reduziert werden.