
Erdgas wurde in der Schweiz erstmals 1969 auf regionaler Basis eingeführt. Mit der Inbetriebnahme der internationalen Erdgas-Leitung Niederlande-Italien und den ersten nationalen Transportsystemen von Swissgas und den Regionalgesellschaften wurde Erdgas 1974 in grossem Massstab nutzbar. Die Transport- und Verteilnetzinfrastruktur wurde seither kontinuierlich ausgebaut.
Im Zuge des Infrastruktur-Ausbaus hat Erdgas als Wärmeenergie eine erhebliche Bedeutung für die Energieversorgung der Schweiz erlangt. Im Wärmemarkt steht Erdgas heute hinter dem Heizöl an zweiter Stelle. Der beträchtliche Zuwachs des Erdgas-Anteils ist insbesondere auf die Substitution des Heizöls durch Erdgas zurückzuführen.
Erdgas wird im Haushalt zur Warmwasseraufbereitung, zum Heizen und Kochen eingesetzt. Die wichtigste Anwendung von Erdgas in der Industrie ist die Erzeugung von Prozesswärme in Form von Dampf oder Heisswasser. Zudem wird Erdgas auch in Wärmeprozessen mit direkter Anwendung der Flamme oder ihrer Abgase benutzt, so in der Metallindustrie zum Schmelzen, Glühen und Härten oder in der keramischen Industrie zum Trocknen und Brennen. Im Gewerbe- und Dienstleistungssektor wird Erdgas unter anderem in Bäckereien, Gärtnereien, Grossküchen und chemischen Reinigungsbetrieben verwendet.
Hinzu kommt die zunehmende Verwendung von Erdgas als Treibstoff, sowohl im Privat- als auch im öffentlichen Verkehr. Die Möglichkeit, den umweltschonenden Energieträger auch auf der Strasse einzusetzen, bietet - auch vom umwelt- bzw. energiepolitischen Standpunkt her - eine echte Alternative zu den herkömmlichen Flüssigtreibstoffen.
Die Verwendungsmöglichkeiten von Erdgas sind vielfältig: