Dichtes Erdgas-Transportnetz in der Schweiz
Die wichtigste Einfuhrroute ist die internationale Erdgas-Leitung von den Niederlanden nach Italien. Aus dieser Leitung stammen rund drei Viertel der schweizerischen Erdgas-Bezüge. Sie durchquert die Schweiz auf einem Teilstück von rund 165 km von Wallbach östlich von Rheinfelden bis zum Griespass im Oberwallis. Die Importe von Swissgas werden über Abnahme- und Zollmessstationen entlang der Transitgas-Leitung abgewickelt. Sie befinden sich in Zeiningen (AG), Zuzgen (AG), Däniken (SO), Staffelbach (AG), Ruswil (LU) und Obergesteln (VS). In Ruswil ist eine Kompressorenstation installiert, in der das Gas verdichtet wird. Solche Stationen sind für den Transport von Erdgas über grössere Strecken notwendig; sie werden bei Fernleitungen normalerweise im Abstand von etwa 150 km installiert.
Transportleitungen von Swissgas und den Regionalgesellschaften befördern das Erdgas von der Transitgas-Leitung in die einzelnen Regionen. Die Erdgas Ostschweiz AG (EGO) wird ab den Zollmessstationen Zuzgen und Staffelbach versorgt. Die Gasverbund Mittelland AG (GVM) bezieht Erdgas ab den Stationen Zeiningen, Däniken, Staffelbach und Ruswil. Die Versorgung der Gaznat S.A. erfolgt über die Zollmessstationen Ruswil und Obergesteln. Ab Ruswil wird ferner die Erdgas Zentralschweiz AG (EGZ) beliefert. Daneben betreiben EGO, GVM und Gaznat eigene Zollmessstationen, die an der Grenze gelegen sind und über die sie ihre eigenen Importe abwickeln.
Feinverteilung mit Niederdruck
Aus den Hochdruck-Transportleitungen gelangt das Erdgas über Druckreduzierstationen und Entspannungsanlagen in die lokalen Niederdruck-Verteilnetze (Druck kleiner 5 bar). Der Verteildruck beträgt je nach Verteilnetz und Zahl der Kunden zwischen 20 und 100 Millibar (mbar).
Die modernsten Entspannungsanlagen befinden sich in Arlesheim BL und Oberbuchsiten SO. Die bei der Druckreduktion frei werdende Energie wird dort zur Stromproduktion für mehrere tausend Haushalte genutzt.
Die lokalen Verteilnetze bestanden früher aus Grauguss. Heute verwendet man Rohre aus neueren Materialien: Stahl und für einen Druck bis 5 bar vor allem Kunststoff.




