Ausgabe 3 / April 2009
Schweizer Erdgas-Absatz erreicht neuen Rekordwert
Der Erdgas-Absatz in der Schweiz erreichte 2008 mit über 36,2 Milliarden Kilowattstunden (kWh) einen neuen Rekordwert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies gemäss Erhebungen des Verbands der Schweizerischen Gasindustrie (VSG) einer Steigerung um 6,5 Prozent. Erdgas findet sowohl als Brennstoff wie auch als Treibstoff immer breitere Verwendung, da es die Umwelt schont und keinen Feinstaub produziert. Um dieselbe Energiemenge in Form von Heizöl auszuliefern, wären über 152‘000 Fuhren mit Tanklastwagen mit Fassungsvermögen von je 24'000 Litern nötig gewesen.
Der Erdgas-Absatz in der Schweiz belief sich 2008 auf 36,276 Milliarden Kilowattstunden. Die Steigerung von 2,230 Mrd. kWh gegenüber dem Vorjahr (34,046 Mrd. kWh) ist sowohl auf kühleres Wetter wie auch auf die stetig wachsende Zahl von Erdgas-Kunden zurückzuführen. Neue Geräte und Anlagen ermöglichen eine immer effizientere Nutzung von Erdgas. Dies und die steigenden Marktanteile tragen zum anhaltenden Erfolg von Erdgas bei. Mit den Absatz-Zahlen 2008 konnte sogar der bisherige Rekordwert des Jahres 2005 mit 35,961 Mrd. kWh überboten werden.
Über 7‘000 Erdgas-Autos
Zugenommen hat auch der Absatz von Erdgas und Biogas als Treibstoff. Er stieg gegenüber dem Vorjahr um 53% und entspricht umgerechnet der Menge von knapp 15 Millionen Litern Benzin. Der Biogas-Anteil liegt bei 21%. Die Zahl der Erdgas-Fahrzeuge stieg innert einem Jahr von 5'830 auf 7‘163. Neben 5‘408 Personenwagen sind dies 1‘541 Lieferwagen und Kleinbusse, 159 Busse sowie 55 Lastwagen. Das Tankstellennetz in der Schweiz umfasst heute 110 Stationen.
Zur Zeit sind 27 verschiedene Modelle von Personenwagen und 7 Modelle von Lieferwagen und Kleinbussen in der Schweiz erhältlich. Anfang Juli trat die Reduktion der Mineralölsteuer auf Gastreibstoffe in Kraft. Damit bestätigt auch der Bund die Vorteile von Erdgas und Biogas als Treibstoffe. Diese Treibstoffe sind im Vergleich zu Benzin und Diesel rund 30% günstiger.
Erdgas mehrheitlich aus Westeuropa
Das importierte Erdgas wird zu 70% in EU-Ländern und Norwegen gefördert. Rund 20% des importierten Erdgases stammt aus Fördergebieten in Russland und etwa 10% aus verschiedenen anderen Regionen. Die Schweiz verfügt über verschiedene, hauptsächlich langfristige Importverträge mit grossen und langfristig zuverlässigen Lieferanten in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Italien. Diese verfügen auch über grosse unterirdische Speicheranlagen. Mit russischen Lieferanten bestehen keine Verträge. Hauptimporteur Swissgas ist ferner gemeinsam mit deutschen und österreichischen Partnern direkt in der norwegischen Erdgas-Förderung aktiv.
Erdgas-Netz wird immer dichter
Verschiedene lokale Erdgas-Versorger erweiterten auch letztes Jahr ihre Netze um insgesamt mehr als 300 Kilometer und erschlossen neue Gebiete. Über zwei Drittel der Bevölkerung in der Schweiz wohnt mittlerweile in mit Erdgas erschlossenen Gemeinden. Das unterirdische Transportsystem ermöglicht eine konstante und sichere Versorgung der Erdgas-Kunden in der Schweiz mit Wärme und Prozessenergie ohne zusätzliche Verkehrs- und Umweltbelastung. (bä.)


